Schulentwicklungsplanung

Betreff
Schulentwicklungsplanung Abstimmung mit Nachbarkommunen
Vorlage
116/2011
Art
Sitzungsvorlage

Beschlussvorschlag

 

  1. Der regionale Konsens zur Errichtung einer Sekundarschule in der Stadt Werne wird nicht erteilt.

  2. Die Verwaltung wird beauftragt, die Bezirksregierung Münster zu bitten, einen Moderationsprozess mit dem Ziel anzustoßen und zu begleiten, mittelfristig eine regional optimale und bedarfsgerechte Schulversorgung zu entwickeln

Sachverhalt

 

Die Stadt Werne hat im November 2011 mitgeteilt, dass zurzeit ein neues Schulzentrum gebaut wird, in dem die Hauptschule „Schule am Windmühlenberg“ und die „Konrad-Adenauer-Realschule“ zum nächsten Schuljahresbeginn einziehen sollen. Die Stadt Werne möchte im Zuge dieses Neubaus das jetzige Schulangebot in eine Sekundarschule umwandeln. Diese soll in integrativer Form im gebundenen Ganztag an drei Nachmittagen geführt werden. Die Hauptschule und die Realschule sollen gleichzeitig jahrgangsweise aufgelöst werden. Der Stadtrat hat sich in seiner Sitzung am 12.10.2011 für die Einführung einer Sekundarschule für das Schuljahr 2012/2013 ausgesprochen und die Verwaltung beauftragt, alle erforderlichen Schritte für die Errichtung einer Sekundarschule einzuleiten. Die Gemeinde wurde um Stellungnahme gebeten.

 

Nach § 80 des Schulgesetzes sind die Schulträger verpflichtet, für ihren Bereich eine mit den Planungen benachbarter Schulträger abgestimmte Schulentwicklungsplanung zu betreiben. Die Schulträger sind gehalten, in enger Zusammenarbeit und gegenseitiger Rücksichtnahme auf ein regional ausgewogenes, differenziertes Angebot zu achten.

 

Angesichts der einschneidenden Veränderungen in der Schullandschaft - einige Nachbarkommunen haben ähnliche Gedanken - handelt es sich nicht um ein Geschäft der laufenden Verwaltung, sondern die Entscheidung im Rahmen der regionalen Abstimmung nach § 80 Schulgesetz sollte im zuständigen Ausschuss und im Rat gefällt werden.

 

Die Gemeindeverwaltung ist der Ansicht, dass im Hinblick auf den Start der Profilschule in Ascheberg zum diesjährigen Schuljahresbeginn die Einrichtung einer Sekundarschule in Werne kritisch geprüft werden sollte. Das Büro „Bildung und Region“ mit Sitz in Bonn hat bereits in der Vergangenheit Schulentwicklungspläne für Nordkirchen entwickelt. Aufgrund der neuen Situation wurde nun um Stellungnahme und Prüfung gebeten, ob mit dieser Entwicklung noch ein regional ausgewogenes und differenziertes Schulangebot vorliegt. Darüber hinaus haben Beratungsgespräche bei der Bezirksregierung Münster und Arnsberg stattgefunden.

 

Im Ergebnis spricht der Gutachter sich dafür aus, dass die Gemeinde Nordkirchen sich gegen die Einrichtung weiterer integrativer Schulen in der Region positioniert, bevor nicht in einem moderierten Prozess auf regionaler Ebene alle Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt sind.

 

Die Bezirksregierung sah es ebenfalls als sinnvoll an, aufgrund der Veränderungen in der Schullandschaft Moderationsgespräche unter Einbeziehung der Bezirksregierung Arnsberg zu führen. In den Gesprächen könnte versucht werden, eine regional optimale und bedarfsgerechte Schulversorgung für die beteiligten Schulträger zu finden. Die Städte Werne, Selm und Lüdinghausen könnten und sollten in diesen Prozess mit einbezogen werden. Auch die Bezirksregierung Arnsberg sprach sich positiv für eine solche Vorgehensweise aus.

 

Die Verwaltung beabsichtigt, dieses Angebot anzunehmen und die Nachbarkommunen zu bitten, sich an diesem Verfahren zu beteiligen.