Bahnstrecke Dortmund – Lünen – Münster - Sachstandsbericht

Betreff
Bahnstrecke Dortmund – Lünen – Münster
- Sachstandsbericht
Vorlage
080/2019
Art
Sitzungsvorlage

Beschlussvorschlag:

 

Der Rat der Gemeinde Nordkirchen nimmt den vorliegenden Sachverhalt zur Kenntnis und bekräftigt und unterstützt die dort genannten Forderungen. Sowohl die nachhaltige und schnelle Sanierung der reparaturbedürftigen Teilabschnitte als auch die schnellstmögliche Aufnahme der Planungen zum zweigleisigen Ausbau der Gesamtstrecke sind für die gesamte Region und darüber hinaus von erheblicher Bedeutung.

 

Für die Gemeinde Nordkirchen bleibt der behindertengerechte Zugang zum Bahnhof Capelle ein wichtiges Ziel.

 

 

Sachverhalt:

 

Bei der eingleisigen Fernverkehrsstrecke Münster - Lünen handelt es sich um einen der größten Engpässe im deutschen Fernverkehrsnetz. Verspätete IC/ICE-Züge aus Hamburg bewirken täglich in Dortmund Folgeverspätungen sowohl des Nahverkehrs als auch des Fernverkehrs. Diese Verspätungen verbreiten sich wie umfallende Dominosteine im Gesamtnetz. Durch die Korrespondenzanschlüsse in Dortmund und Köln werden diese auf weitere Fernzüge übertragen, z. T. sind diese Anschlüsse gerade aus diesem Grunde schon aufgegeben worden. Der überwiegende Teil der Fernverkehrsfahrpläne ist heute auf diesen ca. 42 km langen eingleisigen Abschnitt ausgerichtet.

 

Die Region entlang der eingleisigen Fernverkehrsstrecke zwischen Lünen und Münster im Zuge der Fernverkehrsachse Hamburg - Bremen - Münster - Dortmund - Köln - Süddeutschland hat seit Jahrzehnten unisono den zweigleisigen Ausbau dieser Strecke im Rahmen der Aufstellung diverser Bundesverkehrswegepläne gefordert.

 

Umso misslicher ist die derzeitige Streckensperrung aufgrund von Gleissetzungen auf mehreren Abschnitten für den Fernverkehr, die zu einer Angebotsreduzierung um 50 % im Fernverkehr auf der direkten Route zwischen Dortmund und Münster, Osnabrück, Bremen sowie Hamburg geführt hat. Damit ist die Region zwischen Münster und dem östlichen Ruhrgebiet von diesen Zielen zwar nicht abgebunden, aber die Erreichbarkeit ist äußerst eingeschränkt und die Nutzung des umweltfreundlichen Verkehrsmittels sehr unattraktiv.

 

 

Mängel im Bahndamm der Strecke Lünen - Münster seit Sommer 2018

 

Der Innenkörper des Bahndamms der Strecke Lünen - Münster besteht aus einem Tonkern. Ton hat die Eigenschaft bei langer Trockenheit zu schrumpfen. Dies ist aufgrund der langen Trockenperiode im Sommer/Herbst 2018 eingetreten und hat dazu geführt, dass die Gleislage sich verändert hat. Die Sicherheit des Bahnbetriebes ist nach Auskunft von DB Netz nicht gefährdet. Um die Belastung des Bahndammes zu verringern, wird der Fernverkehr seither umgeleitet. Damit können die Behinderungen des Nahverkehrs aufgrund der eingerichteten Langsamfahrstellen verringert werden.

 

Besonders betroffen sind die Bereiche Streckenkilometer 8,8 bis 12,2 (südlich von Werne) und 26,3 bis 28,9 (zwischen Ascheberg und Davensberg). Mit einem feinmaschigen Monitoring-System, das an den beiden betroffenen Streckenabschnitten eingerichtet wurde, werden derzeit geringfügige Veränderungen (auch im Millimeter-Bereich) gemessen und gemeldet, um einen sicheren Betrieb gewährleisten zu können.

 

 

Zweigleisiger Ausbau im Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030


Die betroffenen Abschnitte mit den Infrastrukturschäden liegen nach Aussage von DB Netz außerhalb des geplanten zweigleisigen Abschnittes. Zudem ist vorgesehen, die Maßnahmen so durchzuführen, dass bei einem teilweisen zweigleisigen Ausbau gemäß Bundesverkehrswegeplan, die nun zur Sanierung anstehenden eingleisigen Abschnitte dauerhaft für den entsprechenden Verkehr ertüchtigt werden.

 

Ein zweigleisiger Ausbau ist lediglich auf einer Strecke von 6 Kilometern vorgesehen (Anlage 3, Seite 7), wie von Staatssekretär Ferlemann 2017 in Aussicht gestellt worden ist.

 

Am 06.11.2018 wurde die Einstufung des Teilausbaus der Bahnstrecke Lünen - Münster in den Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030 mitgeteilt (Projekt 2-049­V02).

 

 

Resolution vom 29.03.2019 mit der Forderung einer leistungsfähigen Bahnstrecke  Münster - Dortmund

 

Die Oberbürgermeister der Städte Münster und Dortmund, die Bürgermeister von Ascheberg, Nordkirchen, Werne und Lünen sowie die Landräte der betroffenen Kreise Coesfeld und Unna fordern von der Deutschen Bahn AG die nachhaltige und schnelle Reparatur der Bahnstrecke Münster — Lünen und den zeitnahen zweigleisigen Ausbau. Dazu unterzeichneten sie auf Initiative der Oberbürgermeister Ullrich Sierau (Dortmund) und Markus Lewe (Münster) am 29. März 2019 in Werne eine Resolution (Anlage 1).

 

 

Weiteres Vorgehen der Deutschen Bahn

 

In einer Pressemitteilung hat die Deutsche Bahn am 05. April 2019 (Anlage 2) bekannt gegeben, dass sie sich - nach der erfolgten Prüfung von drei technischen Bauvarianten - für die Sanierung der reparaturbedürftigen Teilabschnitte der Strecke Münster - Lünen für den Einbau eines Spundwand-Stützbauwerks in den Dammkörper entschieden hat (Anlage 3). Die DB erläutert, dass bis zum Beginn der Baumaßnahmen die DB-Fachleute unter Hochdruck die Ausführungsplanung und die umfangreichen Ausschreibungsunterlagen erstellen und das Vergabeverfahren durchführen werden.

 

Die für die Instandsetzung nach Angaben der DB notwendige Vollsperrung auf Teilbereichen soll mit Rücksicht auf den Advents- und Weihnachtsverkehr voraussichtlich im Januar 2020 beginnen. Fern- und Nahverkehr sollen mit dem Ende der Sommerferien 2020 wieder in vollem Umfang zwischen Münster und Dortmund fahren können. Für den Bahnhof Capelle bedeutet dies, dass er während der Baumaßnahme vollständig vom Schienenverkehr abgeschnitten und der Verkehr über Schienenersatzverkehre erfolgen muss.

 

 

Forderungen der Resolution werden aufrechterhalten

 

In einer gemeinsamen Stellungnahme begrüßten die Oberbürgermeister der Städte Dortmund und Münster, dass die Deutsche Bahn nun zügig an die Umsetzung der Maßnahmen herangehen möchte. Dabei wird Wert darauf gelegt, dass die Deutsche Bahn sich an der Aussage messen lassen muss, mit Beginn der Maßnahmen im Januar 2020 spätestens zum Ende der Sommerferien (11.08.2020) die Arbeiten soweit fertig gestellt zu haben, dass der Fern- und Nahverkehr zu diesem Zeitpunkt wieder aufgenommen werden kann. Zudem wird darauf verwiesen, dass die DB Prämien bei vorzeitiger Fertigstellung in die Auftragsvergabe einbinden könnte oder aber auch Strafzahlungen, wenn der Termin nicht gehalten wird, analog zum Autobahnbau. Damit würde ein Anreiz für eine zügige Bauabwicklung und damit frühere Fertigstellung geboten werden.

 

Die Forderungen aus der Resolution vom 29.03.2019 an die Deutsche Bahn wird aufrechterhalten, dass der Fernverkehr wieder in vollem Umfang zwischen Münster und Dortmund in beiden Richtungen (über die Ausweichstrecke Hamm) geleitet wird und die Planungen zum zweigleisigen Ausbau der Gesamtstrecke baldmöglichst aufgenommen werden.sollen. Hierzu sollen die Anrainer-MdBs, Anrainer-MdLs, Bundes- und Landesminister (Herr Wüst, Frau Scharrenbach, Herr Laumann, Herr Spahn, Frau Schulze, Frau Karliczek) um Unterstützung gebeten werden.

 

 

 

Finanzielle Auswirkung:

 

X

 

Keine

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ertrag / Einzahlung

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufwand / Auszahlung

 

 

 

 

 

 

 

 

Verfügbare Mittel im Produkt / Budget

 

 

 

 

 

 

Über-/außerplanmäßig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deckung im laufenden Haushaltsjahr durch

 

 

 

 

 

 

 

Anmerkungen: